Cantina Tramin - Strada del Vino -  Sept 2025

Die Kellerei Tramin ist eine Genossenschaft mit insg. 300 Mitgliedswinzern die in Summe ca. 290ha an Rebenbestand einbringen. Klingt viel, ist es auch. Zum Vgl. die Genossenschaft Moselland bewirtschaftet mit ca 300 Mitgliedern rund 420ha Rebfläche und ist Deutschlands größte Genossenschaft. Die Kellerei Bozen bewirtschaftet mit „nur“ 220 Winzern rund 340ha Rebflächen. Zurück zur Cantina Tramin, die die gleichnamige Rebe - den Gewürztraminer - zu 60% anbaut. 
Die Kellerei wurde 1789 gegründet und fusionierte mit der Kellerei Neumarkt zur heutigen Größe. Mit Neumarkt kamen die Lagrein Lagen auf der anderen Seite des Tals mit in das Portfolio. 

 

Tramin bietet eine enorm hohe Sortenvielfalt da die Böden sich auf kurzer Strecke immer wieder ändern. Es dominiert lockerer Porphyr den Boden, durchsetzt mit allen möglichen Gesteins Formen, vom Granit über Dolomit bis zum Kies. Das gepaart mit den Höhenunterschieden zwischen 239m und 850m (auf der andern Talseite gehts sogar über 1000m), dem milden Klima, den kühlen Winden aus der Dolomiten Region in der Nacht (Delta T ca 18G zw Tag und Nacht) und der hohen Sonneneinstrahlung über Tag machen die Traminer Lagen - wie so viele Lagen im Alto Adige - zu prädestinierten Lagen für eine große Sortenvielfalt.

 

Der Lagrein wächst insbesondere auf der ggü liegenden Talseite auf dem dort vorhanden sandigen Untergrund des ehemaligen Neumarkt Gelände in Kombination mit den etwas geringeren Temperaturunterschieden zw Tag und Nacht (das Gelände ist flacher und bekommt somit weniger Wind). So wird in Summe der komplette Reben-Lagen-Mix durch die Bedingungen der diversen Micro-Klimata definiert und über die Jahre dahingehend angepasst. 
Der Klimawandel ist für die Cantina Tramin noch nicht spürbar. Und so gibt es noch keine Aktivitäten den Sortenspiegel diesbezüglich anzupassen. 

Das Weingut hat mit ursprünglich 80% Vernasch gestartet. Im Verlaufe der Entwicklung wurde davon ein Großteil zurückgeschnitten und mit dem heutigen Sortenspiegel ergänzt. Der Reben-Lagen-Mix wurde über die Jahre den einzelnen Micro-Climata angepasst. Das Alter der ältesten Reben für den Lagern Urban beläuft sich auf über 100 Jahre.

 

Wo immer möglich werden Reben einzeln ausgebaut. Der Ausbau erfolgt für die großvolumigen Sorten in 30 riesigen bis zu 200 Hl großen Epoxyd- und Stahltanks. Die qualitativ anspruchsvolleren Weine werden in 15-20 Jahre alten Tonneau und Barrique mit maximal 4- bis 5-facher Belegung ausgebaut. Bei der Cuvéetierung der separat ausgebauten Weine kann so besser auf eine konstante Qualität der Weine geachtet werden. 

Die hohe und konstante Qualität im Anbau der 300 Winzer wird durch eigene Weinbauberater geprüft welche ständig bei den Winzern im Einsatz sind. 

Im übrigen verkörpert nicht nur die Rebenstruktur des Neubaus die neue und selbstbewusste Corporate Identity, auch Flaschenform und Logo wurden kürzlich angepasst um die 3 Qualitätsstufen besser voneinander unterscheidbar zu machen. 

Wir verkosten die Weine der Selection Linie. Die 5 Linien im Logo der Flaschen verkörpern die 5 Sinne die durch den Genuss der Weine der Cantina angesprochen werden.

Wir verkosten die Weine der Selection Linie. Die 5 Linien im Logo der Flaschen verkörpern die 5 Sinne die durch den Genuss der Weine der Cantina angesprochen werden.

Stoan, 2023 (28€)
Wir starten gleich mit unserem Lieblingswein der Cantina ! Die Reben der Weißwein Cuvee aus Chardonnay, WB, SB und Gewürztraminer auf steinigem Boden mit Kalkmergel. Der Gewürztraminer wird Stahl und die andern Reben in Holz ausgebaut. 
Helles strohgelb. Pfirsich, Birne, weiße Blüten, etwas Ananas. Ein insgesamt cremig, weicher Wein mit angenehmer Würze und dezentem Karamell. Der Wein entwickelt sich auf der Flasche noch etwa 3 Jahren und ist voraus etwa 10 Jahre lagerfähig. 9,8.

 

Unterebner, 2023 (28€)
Pinot Grigio gedeiht in Lagen zwischen 350 bis 450m Höhe und wird im Tonneau und im großen Holz ausgebaut. Dezente Nase nach Birne und ein wenig Heu. Im Mund saftig und deutlich fruchtiger als der Stoan. 9,2.

 

Nussbaumer, 2023 (29€)
Namensgebend ist der ggü dem Weingut liegende Nussbaumer Hof, von dessen Hängen die Reben für diesen Wein kommen. Der Nussbaumer ist ein trocken ausgebauter Gewürztraminer und der meist prämierte Weißwein der Kellerei. Die Reben kommt ursprünglich aus Georgien und gelangten mit Römern nach Italien. In der Nase verspüren wir eine schiere Geruchsexplosion (Prospan, floral, Honig). Im Mund extrem würzig. Ein Wein der zu einem passenden Essen eine gute Figur nacht, für uns als Solist eher weniger geeignet ist. 9,2.

 

Maglen, 2022 (35€)
Der Pinot Noir Reserva wächst zwischen 450 und 1000 m und erscheint im hellen Kirschrot. Wir haben einen sehr leichten Pinot mit würzigen Kräuternoten, der geschmacklich komplett unterschiedlich zu einem SpB von der Ahr da steht. Die intensiven Kirschnoten werden begleitet durch einen merkbaren Bittermandel Ton. 8,7.

 

Urban, 2022 (33€)
Der Urban wird im Barrique und zu 10% im Tonneau ausgebaut. Blickdichte, dunkle rote Lagrein Reserva, die auch im Mund extrem dicht mit reichlich Frucht daher kommt. Ein üppiger Winterwein, der wegen seiner Jugend noch kantig, ja fast ruppig im Tannen ist. Die Schokolade schafft es so gerade noch sich bemerkbar zu machen. Der Wein muss mindestens noch bis 2023, besser bis 2026 reifen und wird sich locker bis nach 2030 entwickeln. Aktuell für uns eine 9,4.

 

Loam, Riserva, 2022 (38€)
Cuvee zu je 1/3 Cab Sauv, Cab Franc & Merlot aufgewachsen auf Lehm und etwa Schotter. Er wächst auf der heissesten Rotwein Lage von Tramin und liefert 10 - 12.000 Flaschen p.a. Wir haben einen hochkomplexen Rotwein in Mund und Nase mit toller Fruchtaromatik (Erdbeere, Jo-Beere, Pflaume), dazu Schoko. Ein Wein mit einer tollen Struktur und langem Finish. 9,7.

 

Terminum, Gewürztraminer, 2023 (0,375l, 45€)
Ein edelsüß ausgebauter Gewürztraminer, dessen Trauben bis Nov und zT bis Jan am Stamm hängen. Klares goldgelb im Glas. Intensive und klare Frucht nach kandiertem Obst. Ein Hauch Pfirsich. Würzig, mit leichter Terpen Note. Insgesamt wirkt er klebriger als der Süße von Manincor. 8,2.

 

Wir verlassen das Weingut tief beeindruckt von den Weinen und insbesondere von deren Qualität die diese Genossenschaft auf die Flasche bringt.

 

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