Ostern @Home - April 2020

Eigentlich wollten wir dieses Jahr wieder eine Weinreise nach Spanien machen. Das Priorat stand auf dem Plan.....doch dann kam alles anders.

 

Und um das Fazit schon mal vorweg zu nehmen: zu Hause kann es auch wunderschön sein. 

 

Tag 1:

 

Wir starten die Festtage mal gleich unter strahlend blauem Himmel, bei warmen, fast sommerlichen Temperaturen und einem Abstract 2017 (Orin Swift, Napa, 34,90€) im Garten. Im direkten Vgl zum 2017er Papillon besticht der Abstract durch Geschmacksvielfalt und Ausdruckskraft zu einem deutlich attraktiveren Preis. 9,9.

Es ist unglaublich wohltuend nach dem Winter endlich wieder die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. So kann es weiter gehen…. Naja, weil es noch früh im Jahr ist, wird es dann doch im Verlaufe des Nachmittags kühler. Wir verziehen uns zum Ostereierverzehr ins lauschige Wohnzimmer.

Bei soviel Entspannung kreisen meine Gedanken logischerweise wie immer um das gleiche Thema: Kochen und Essen. Mein Entschluss steht fest. Nachdem ich meine Plancha die erste Zeit sträflich verschmäht habe, habe ich mir für diesen Urlaub ein festes Ziel gesetzt: Jetzt wird geplancht bis die Platte glüht. … Schließlich kann es doch nicht sein, dass Thorsten mit dem Gerät nun schon seit über einem Jahr begeisterte Genussmomente feiert und ich das Ding mit sturer Missachtung strafe. 

 

Tag 2:

 

 

Voller Tatendrang muss ich mit der Plancha Exkursion erst noch warten. Es steht eine Exkursion mit den Rädern an. Bei bestem Wetter geht´s 50km am Talentwerk Bochum vorbei und über Bo-Hordel wieder zurück nach Hause. Bestes Wetter und das ganze Ruhrgebiet ist auf dem Fahrrad. Auf dem Rückweg wird es immer beschwingter, weil wir uns minütlich unserem wohlverdienten Essen nähern ;-)

Na dann mal los. Wenn dann gleich richtig. Wir zelebrieren gleich mal das erste Menü an der Plancha. Als Vorspeise gibt’s Gambas a-la-Plancha. Simple auf der Platte gebraten und zum Schluss mit Pfeffer und etwas Chili gewürzt. Ja ok, das war jetzt keine Herausforderung. Egal. Man soll ja mit kleinen Erfolgen die Motivation hochschrauben… geglückt ;-).

Weiter geht’s mit einem Gericht für den OFB: Jakobsmuscheln im Speckmantel. Klar geht das auch auf der Plancha. Angerichtet wird der Spaß auf dem zugehörigen Linsen-Avocado-Mango-Salat … wir steigern uns ! Und Wein? Na klar, ohne geht hier natürlich nicht. Wir genießen zu den beiden ersten Gängen den 2014er Braunberger Juffer Riesling Kabinett von Schloss Lieser (Mosel,13,80€). Strahlendes strohgelb. Phantastische, spritzige Säure. Perfekter frischer Sommerwein. Die unglaubliche Zitrusfrische passt sensationell gut zum kompletten Menü. 9,8.

Als Hauptgang wandeln wir eines unsere simplen - das geht immer mal eben - Weber Grillgerichte zur Plancha Version um: Zitronen Hähnchen mit gerilltem Spargel, gegrillten Pilzen und karamellisierten Zwiebeln. Ja iss ja gut … die 3 Gemüsesorten sind jetzt nicht die klassische Voll-Kombi zu einem Stück Geflügel … aber sie gehören zu den Lieblingsgrillbeilagen meiner Familie. Und was soll ich sagen, Kochen unter freiem Himmel, das Zelebrieren mit der Cloche, das schwungvolle Würzen auf einer Grillplatte, ohne auf Fettflecken oder Schmutz auf dem Küchenboden achten zu müssen … Männerparadies ;-) Und der Wein? Na klar, ohne geht hier natürlich nicht. Wir genießen zu diesem Gang wieder den 2014er Braunberger Juffer Riesling Kabinett von Schloss Lieser. Das Zeug ist einfach sau lecker.

 

Tag 3:

 

Ein normaler Gartentag. Bestes Wetter. Ich bekomme die Kids motiviert unsere Hecken zu schneiden. Der Tag plätschert so dahin. Doch dann wird es plötzlich ernst. 

Wir grillen unser erstes richtiges Fleisch auf der Plancha. Hüftsteak … grilled to fit THE BURGER TESTER …. Meine Söhne. Alle größer und mächtiger als ich, insbesondre bei der Meinungsmache in Bezug auf den besten Burger der Welt. Mein Maschi aus Aachen durchläuft aktuell eine Transformation vom Nutella-Toast-Brot-Esser zum 5-Sterne Gourmetkoch. Und das ausgerechnet in seiner Studentbude. Genau dieser Kerl schaut mal wieder lässig auf mich herab und hält mir noch lässiger ein Burger Rezept von Gordon Ramsay unter die Nase. „Hier Papa, das ist es. Sieht doch geil aus“.  … Ja iss klar. Da soll ich nicht einfach nur nen Burger grillen (… normales Burgerhack läßt sich auf der Plancha easy zubereiten …), sondern direkt mal ein Hüftsteak verarbeiten und das dann auch noch nach einem Rezept von dem wohl berühmtesten Sternekoch Großbritanniens. Ok, was soll´s. Kneifen iss nicht. 

Zuerst werden mal schnell die Beilagen zubereiten. Für die Tomatensalsa werden Zwiebeln, Knobi und Chilischoten in Olivenöl angebraten. Halbierte Kirschtomaten zugeben, zur Salsa eindicken und mit Sherry-Essig und Zucker abschmecken. Aus Mayonnaise und Senfkörnern bereiten wir eine SenfMayo und dann noch schnell die Ciabattas vor (halbieren, grillen und mit gutem Olivenöl beträufeln).

Jetzt müssen wir uns doch noch ums Fleisch kümmern. Zu Beginn wird der Hüfte die Mittelsehne entzogen und das Fleisch in Hüftfilet und das normale Hüftfleisch zerlegt. Nach dem Grillen lassen sich die beiden Fleischsorten prima in schöne Steaks schneiden. Das normale Hüftfleisch liefert sehr große Steaks, die man noch mal halbieren kann. So erhält man am Ende jede Menge saftige Steaks, die unsere Horde hungriger Testosteronbolzen sättigen sollte. Wir grillen die beiden Hüfthälften am Stück. Zuerst wird unter der Cloche gegart, nach dem Wenden kommt weiteres Öl, reichlich Butter (ja Thorsten, ich kann auch Butter ;-) ), ganze Knoblauchzehen und Thymian zum Fleisch. Butter und Thymian kräftig in das Fleisch massieren. Fertig gegrillt wird das Fleisch mit Salz und Pfeffer gewürzt und wie üblich zum Ruhen für ca 5min unter Alufolie gelegt. Danach heißt es schnell sein ! Die schiere Gier der hungrigen Meute treibt alle Mann ruck zuck an den Tisch. Und dann ist Ruhe. Geschäftiges Burgerbasteln und dann kommen sie - die wohligen Genussgeräusche, wie sie bei einem römischen Gelage nicht besser gewesen sein können. Plancha-Taufe gelungen ;-)

 

Ach ja und als Essensbegleiter wählen wir den 2016er Müller-Thurgau vom Weingut Huber vom Kaiserstuhl (12,60€). Im Vergleich zum Juffer Braunberger von Schloss Lieser, ist dieser Riesling deutlich kräutriger und zeigt weniger Zitrusdruck. 9,2.

 

Tag 4:

 

Heute mal keinen Wein? Die Herren des Hauses machen sich zum Mittagstisch bereit. Dazu gehört ein zünftiges Fass Früh-Kölsch. Zugegeben hat es kurz in meinen Finger gejuckt. Ein kühles Kölsch zu frisch Gegrilltem ist tatsächlich ein Hochgenuss, insbesondre wenn man rein genetisch bedingte die passende Genussvorprägung mit sich führt. Doch wir sind ja nicht zum Spaß unterwegs ;-) 

Also sollte es heute mal ein 2017er Lodi Avalon Napa Cabernet Sauvignon von der Avalon Winery (12,90€) werden. Wir versinken in Milchschokolade, Karamell, Pflaume & Vanille. Ein feingliedriger Wein. Ausdrucksstark und super lecker. Bei diesem sensationellen Preis ist der Wein eine unbedingte Kaufempfehlung. 9,7. Ich bereue meinen Entschluss nicht und überlasse das Kölschfeld still genießend der restlichen Crew. 

Zum Kölsch muß ein deftiges Mahl auf den Tisch. Bratkartoffeln mit Speck und Spiegelei. Hier zeigen sich die Vorzüge einer großen Plancha. 8 Personen lassen sich locker mit 1 Kochstelle bedienen. Zu den Bratkartoffeln kommt dann noch eine riesige Portion gemischtes grünes Gemüse. Kurze gegrillt und deftig abgeschmeckt. Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinen geschmacklichen Zaubereien. Leider stehe ich damit aber einigermaßen einsam da. Von den oben schon mal erwähnten fleischfressenden Pflanzen kommt die direkte und durchaus ehrlich gemeinte Frage, wo denn nun das Fleisch zur heutigen Mahlzeit bleibt. Als ich auf den Speck in den Bratkartoffeln verweise, ernte ich mal wieder nur ein müdes Lächeln…… Na ja bis zur nächsten kommerziellen Hamburgerbräterei ist es ja nicht weit, wenn man da nicht schon das Kölsch intus hätte …. Blöd ;-)

 

Tag 5:

 

Es kann ja nicht jeder Tag besonders sein. Obwohl, wenn man Urlaub hat, ist ja per Definition eh jeder Tag besonders.- Lange schlafen, ausgiebig Frühstücken und den Tag so langsam eingrooven lassen….

Dazu gehört auch, dass man ja nicht jeden Tag kochen muss. Obwohl wenn alle Restaurants auf dem Globus geschlossen sind, bleiben einem da nicht viele Möglichkeiten.  Wir lassen es heute mal easy angehen. Es gibt einfach mal nur ein T-Bone Steak. Kein Aufwand just a Steak …. Hier muss ich ja nicht viel berichten. T-Bone easy grilled nach der immer funktionierenden Weber Grill Anleitung. 

Apropos Weber Grill Anleitung…. Das bringt mich zu einem Schwank aus meinem Leben, wo Socializing noch möglich war. Es begab sich vor Jahren auf einer Feier bei Freunden. Große Runde. Mit der Zeit kommt es zu der typischen Männlein-Weiblein Trennung in der Szenerie. Ich hocke also mitten in der Gruppe gestandener Mid-Vierziger. Wir plauschen locker über Essen. Quatsch, eigentlich geht’s nur um das Thema No 1 bei Männern: Grillen. In ausführlichsten Beschreibungen schaukeln sich die Darstellungen der diversen männlichen Gesprächspartner hoch. Jeder beschreibt detailliert wie aufwändig es ist ein gutes Steak perfekt zu grillen. Wie man doch immer wieder prüfen und abwägen muss um den perfekten Garpunkt zu treffen. Ich lausche gespannt …. über Minuten …. irgendwann kann ich dann nicht mehr an mich halten. Es poltert aus mir heraus, dass ich dem Gespräch nicht ganz folgen kann: Grillen ist doch kinderleicht. Fleischsorte, Fleischdicke, Webergrilltabelle, auf Wunschgrillgrad zubereiten. Fertig. Das kann echt jeder ….. Ich blicke in völlig entsetzte Gesichter…. Totenstille, minutenlang …. mir wurde dann doch irgendwie unwohl… hätte ich doch besser meine Klappe gehalten…. bis es plötzlich aus einem Rädelsführer herausplatzt: „Bist Du verrückt so etwas hier laut heraus zu Posaunen…. Wie stehen wir denn da, wenn unsere Frauen erfahren, dass Grillen kinderleicht ist“ …. Mist diesen Aspekt hatte ich tatsächlich nicht bedacht.

Zurück zu unserem T-Bone. Gegrillt nach Webergartabelle, kinderleicht, perfekt rosa gegart. Ein Hochgenuss.

Wir starten noch am frühen Nachmittag mit einem Wein der Bodegas Atalaya. Auf Malle 2019 haben wir den großen Atalaya – Atalaya Tierra 2017 – erstmals genossen. Der Tierra deplatzierte in diesem Urlaub die komplette Konkurrenz aus insgesamt vier verschiedenen Tastingevents. Wir waren auf seinen kleinen Bruder gespannt. Der La Atalaya del Camino 2017, Castilla y La Mancha (Almansa). 12,95€. Und was soll ich sagen … wir werden nicht enttäuscht. Der kleine Bruder ist auch sau stark! Schwarze Beeren, vor allen Dingen aber eine extreme Würzigkeit gemischt mit Tabak. Das Zeug ist extrem dicht gestrickt und vollmundig. In Puncto Ausdruckskraft und Nachhall ist der Atalya Tierra weit überlegen, aber bei unter 15€ ist der Wein ein absoluter Hammer. Maskuline Power. 9,8.

Nachdem nun der Benchmark gesetzt ist haben wir uns im weiteren Verlauf des Abends zunächst mit südafrikanischen Gewächsen auseinandergesetzt. Wir starten mit dem Kleine Zalze, Shiraz Mourvedre Viognier, 2017. 16,80€. Eine Rhone-Style Cuveé mit Noten nach Jo-Beere und Pflaume. Samtig, würzig. Insgesamt haben wir hier einen netten, fruchtigen Sommerwein im Glas. 8,7

Weiter geht’s mit der Diemersdal, Private Collection, 2015. 22,90€. Die Cuveé aus Cabernet Sauvignon (62%), Merlot (21%), Petit Verdot (13%), Cabernet Franc (2%) und Malbec (2%) haben wir erstmals auf der letztjährigen ProWein verkostet. Extreme Cassisnase. Voll und rund. 9,2.

Wir wechseln nach Österreich, genau gesagt ins Burgenland zum Weingut Günter & Regina TriebaumerDie Cuveé Blaufränkisch Cabernet Reserve, 2017 (19,50€) zeigt sich phantastisch dicht, mit reichlich Beerenkompott, Pfeffer und Zartbitterschokolade. Die Materialität verleiht dem Wein zugleich eine schöne Frische. 9,4. Das Burgenland hat´s echt drauf.

 

Ein netter Steakabend geht zu Ende und wir lassen den Abend mit dem Lieblingswein meiner Frau ausklingen. Canio 2015 vom Weingut Vigneti del Salento aus Apulien. (18,50€). Der Karamellriegelwein ist wie immer lecker. Dicht gewebt, und geschmacklich einfach umwerfend. 9,6.

 

Tag 6:

 

Die berühmten Barolo´s kommen ja bekanntlich aus dem Piemont – südlich der Stadt Alba. Am heutigen Tag unserer Weinprobe springen wir ca 1,5 nördlich von Alba in die Region Gehmme. Sie liegt östlich von Mailand und ist eine zZt noch eher unbekannt Weinregion. Das interessante an den Weinen des Weinguts Torraccia del Piantavigna ist, dass wir hier analog zu den Barolo´s reine Nebbiolos zur Verkostung bereit stehen. Na gut nicht ganz 100%. Genau genommen bestehen die Gehmme DOCG´s aus 90% Nebbiolo und 10% Vespolina.

Wir verkosten die Jahrgänge 2004, 2007 und 2010. Die Weine kosten alle 35€.

Wir starten mit 2010: Der Nebbiolo hat ein intensives Bouquet von reifen Früchten (Himbeeren, schwarzen Johannisbeeren). Der insgesamt würzige Wein wird dominiert durch seine klare und intensive Mineralität (Stahl und Stein). Insgesamt ist Wein sehr leicht. 8,0.

Wegen der klimatischen Bedingungen entwickelte sich der 2007er mit einem etwas niedrigeren Säuregehalt und einem weicheren, volleren Körper am Gaumen. Damit gefällt uns dieses Exemplar deutlich besser als der 2010er. Insgesamt handelt es sich um eine wahre Fruchtbombe (Kirschen), leicht und ausdrucksstark. Dazu etwas Leder und Nelkenduft. Das Weingut beschreibt den 2007er als den vielleicht größten Jahrgang in der Geschichte des Weinguts. Wir vergeben eine 9,5.

Als krönenden Abschluss gönnen wir uns denn noch den 2004er. Der Jahrgang 2004 von Ghemme war der erste Wein des Weinguts, der von Gambero Rosso mit dem „Tre Bicchieri“ ausgezeichnet wurde, der ultimativen Auszeichnung für einen italienischen Wein. Das Weingut beschreibt ihn als faszinierend und außergewöhnlich. Ausdruck perfekt gereifter Nebbiolo-Trauben. Leider hat dieser Wein die Lagerung nicht überlebt und ist vollständig über den Punkt. n.a.

Das Menü zur Baroloprobe ist eine Wucht. Wir starten klassisch und einfach mit Pimentos Padron a-la-Plancha. Gegrillt in reichlich Olivenöl, mit grobem Meersalz und etwas Chili abgeschmeckt. Als erste echte Vorspeise grillen wir einen Klassiker: Honiglasierter Lachs im Ganzen auf der Plancha. So haben wir ihn am liebsten. Die Honigsüße macht den Lachs unwiderstehlich. Dazu noch etwas brauner Zucker auf der Oberfläche leicht karamellisiert. Weil mich im Fischmarkt meines Vertrauens die Riesengambas angelacht haben, mussten diese mit und dürfen unplanmäßig als Zwischengang in diesem Menü glänzen. Gegrillt werden sie in einem Orangen-Limetten-Fenchelsud und serviert zu einem asiatischen Berglinsengemüse. Naja, halt nur ein kleiner Gaumenschmaus für zwischendurch. Den Hauptgang bildetet danach zwei in Dijonsenf marinierte und medium gebratene Flanksteaks, zu denen das Berglinsengemüse genauso gut passt wie zum Fisch.

Tja dann fehlt eigentlich nur noch ein würdiger Nachtisch. Was gibt es Besseres als einen leckeren Rotwein? Wir gönnen uns zum Abschluss den 2017er Kennedy vom Weingut Sons of Eden (27,50€). Wir schwelgen in schwarzen Beeren, saftig-cremiger Textur, gepaart mit maskuliner Ausdruckskraft. Lang und würzig im Mund, intensive Fruchtaromen in der Nase. 9,8. Was für ein toller Abend.

 

Tag 7:

 

Unsere Ostersession geht zu Ende … leider. Letzter Tag. Wir schwingen uns mal wieder auf unsere Räder und erkunden die Haard bei bestem Frühlingswetter. Einkehren kann man ja leider immer noch nicht, also stand schon vorher fest, dass wir uns nach völliger Erschöpfung an unserem Lieblingsgericht stärken müssen. Paella. Aus Spanien direkt auf unserer Terrasse eingeflogen ;-) Einfach in der Zubereitung, geschmacklich spitze und mit reichlich Fleisch und Fisch super gehaltvoll…. Genau das richtige. Mit jedem Bissen entspannen wir uns mehr und mit jeden Schluck Wein entspannen wir noch mehr ;-)

Zum spanischen Essen starten wir die Weinreise mit einem Italiener: einem 2016er Valpolicella Ripasso von der Cantina Valpolicella Negrar (23€). Ein süffiger Ripasso mit viel Kirsche, etwas Pflaume, balsamischen Noten und dezenter Vanille. Netter Einstieg. 9,2

Sodann – wir sind mit Martin unterwegs, seines gleichen mittlerweile größerer Orin Swift Fan als ich – kommt ein 2017er Saldo von der Prisoner Wine Company ins Glas (39,50€). Beerenkompott aus Pflaumen und Blaubeeren. Tabak, Schokolade und wie gewohnt super dicht gepackt. 9,8

Es folgt der 2016er Goru 38 Barrels von der Ego Bodegas (21€). Wollen wir punktemäßig zwischen dem Saldo und dem 38 Barrels unterscheiden? Nein. 9,8. Der 38 Barrels ist nicht ganz so dicht gestrickt wie der Saldo und zeigt deutlich mehr Differenzierung und geschmackliche Vielfalt. Der Saldo ist mit seinen Kompott- und Schokonoten deutlich dichter, aber eben auch nicht ganz so elegant.

Mittlerweile sitzen wir im Hof am Lagerfeuer und fühlen uns wie Pfadfinder. Allerdings wie 50jährige Pfadfinder. In der Jugend stand noch kein Wein auf dem Getränkeplan. Wir schließen die Pfadfinderatmosphäre mit der 10-Jahrgangscuveé Vendemie 10 der Tenuta Ulissee aus den Abruzzen (29,90€). Ich muss hier nichts mehr kommentieren. 10 Punkte sind 10 Punkte. Geil.