Spießbraten - Smaragd oder Alte Rebe? - Mai 2021

 Spießbraten kennen wir normalerweise nur vom Weihnachtsmarkt oder anderen Volksfesten. Dabei handelt es sich durchaus um eine super schmackhafte Variante Schweinefleisch zu sich zu nehmen. Aber wer will sich schon den Aufwand zumuten....

 

 So war ich tatsächlich ganz froh als Thorsten vorschlug Spießbraten zum nächsten Kochen zum ersten Mal selber auf dem Weber zu zubereiten. Thorsten bring sein komplettes Besteck mit, welches eher an OP-Besteck als an lecker Essen erinnert.

 

Unser letztes Kochen – Nov 2021 - ist lange her. Seitdem hat uns die Corona-Schere getrennt darben lassen. Umso mehr freuen wir uns, dass es nun endlich wieder soweit ist. Wir sind geimpft und können es uns nun endlich mal wieder gut gehen lassen.

 

Was ist besser geeignet als ein Menü ohne viel Arbeit. – Spießbraten und 4 Stunden dreht die gefüllte Sau auf der Edelstahlstange ... genug Zeit zum Quatschen. Und natürlich genug Zeit für eine erste gemeinsame Weinprobe.

 

Heute machen wir mal einen Grünen Veltliner Test. Thorsten ahnt nichts und ich zeige ihm die Flaschen vorerst auch nicht. Es geht also blind los. .... Zumindest für unser Trüffelschwein Thorsten. 🤣

FX Pichler, Grüner Veltliner, Kellerberg, Smaragd 2016, 60€.

 

Helles Gelbgrün. Geile Nase, super intensiv, Frucht, frisch. Ich mag meinen Rüssel gar nicht mehr aus dem Glas nehmen. Ananas, Apfel und Mango. Geruchlich ist der Wein eine glatte 9,8. Mit der Zeit wird die Nase deutlich kräutiger und herber. Das macht den Wein aber nicht weniger spannend. Vielschichtig.

 

Im Mund ist der erste Eindruck dicht, leicht, weich und rund. Dezente Säure stärkt den Wein und gibt ihm eine leicht herbe Würzigkeit. Nach 2h im geöffneten Zustand kommt der FX mit voller Wucht. Geschmacklich ist er jetzt deutlich intensiver und harmonischer. Komplex, mit stabiler Säurestruktur. Im Abgang kommt er zitronig-salzig über die Zunge. Im Vergleich zur Alten Rebe von Bründlmayer ist er der teurere aber auch spannendere Wein. Insgesamt eine 9,6.

 

Bründlmayer, Grüner Veltins, Alte Rebe 2015, 26€.

 

Auch die Alte Rebe kommt mit einer sehr frischen Nase daher. Die Zitrusfrische, welche zu Beginn dominiert – man könnte zu Beginn an Riesling denken – verfliegt mit der Zeit. Die Alte Rebe nähert sich geruchlich dem Kellerberg an.
Melone, Birne, etwas Brioche. Würzig. Saftige Säure, gepaart mit einem leicht buttrigem Schmelz. Banane, Mandeln und Grapefruit.

 

Im Mund ist der Wein sofort präsent ! Er ist klar und schneidet sich gradlinig über die Zunge. Zu Beginn deutlich harmonischer und mehr Volumen als beim Smaragd. Der Wein harmoniert irre zu einer frisch aufgeschnittenen Erdbeere. Erdbeere genießen und noch während die Erdbeeraromen im Mund sind ein Schluck von der Alten Reben oben drauf gelegt – ist das abgefahren ! Bis hier hin wäre es eine 9,8. Nach 2h an der Luft verliert der Wein leider etwas an Vielfalt - insb im Vergleich zum omnipräsenten Smaragd. Geruchlich bleibt der Wein jedoch dominanter als der FX. 9,6.

 

 

 Und wenn der Wein schon zur Erdbeere passt, dann schließen wir den Abend doch mit frischen Erdbeeren von unserem Lieblingshof Beckmann und einem kleinen Vanilleeis. Und so geht ein toller und leckerer Abend zu Ende.

Half-Blind-Tasting .... bin mir nicht sicher für wen von uns beiden der Abend spannender war.

 

Ach so, und Spießbraten ist übrigens garnicht so aufwendig 🤗.